Welche Zukunft hat Ballenstedt das „Tor zum Harz “ - „Visionen 2010 “

Ballenstedt und seine herausragenden touristischen Merkmale:

-         die Kurstadt für Ruhe - und Erholungssuchende

-         Kreisstadt mit Bahnverbindungen

-         heilklimatischer Luftkurort ca. 300 m ü.M.

-         ca. 6300 Einwohner

-         eine weithin bekannte Schul, Kur - und Residenzstadt

-         eine stille, saubere und grüne Stadt für alle Erholungssuchenden !

-         Ballenstedt die Stadt „Albrecht des Bären“ und dem alten Askanierschloß.

Wie denn - liebe Bürgerinnen und Bürger, werte Freunde und Verantwortliche dieser - Ihrer Stadt, all diese hier soeben genannten Fakten waren ihnen  nicht bekannt ??  Nun, das waren mal einige wichtige Werbepunkte der Kurverwaltung Ballenstedt aus dem aktuellen Stadtplan von 1932/35 !!
Selbst die hierzu verwendeten Fotos der damalig bekannten Ballenstedter Fotografenmeister zeigen eine Stadt, wie man sie nicht mehr kennt und noch  Anfang der 90iger Jahre sogar bezweifelt hätte …

Unsere Ballenstedter Geschichtsfigur  „Albrecht der Bär“ hätte damals 1989 noch wütend vor Schmerz und Wut laut gebrüllt, so das es bis in die tiefen Täler des Selketals zu hören wäre. Der Grund dafür dürfte uns alten Ballenstedtern sicher bestens bekannt sein. Eine heruntergewirtschaftete graue, kleine aber nicht unbedeutende Industrie - und Schulstadt in einer Kette von weiteren ähnlichen Städten entlang am Rande des Nordharzes. Von einem DDR-Urlauberzentrum waren wir trotz diverser Ferienheime aller Art weit entfernt. Auch erging es der hiesigen Gastronomie Ende der achtziger Jahre nicht viel besser wie dem Staate selbst - sie lag am Boden. Das tragische Ende in jeder Beziehung kam auch hier 1990 ganz brutal mit der sogenannten Wende. Das war damals aber auch zugleich die einzige Chance zu einem wirtschaftlichen, touristischen  und politischen Neubeginn. Einen „zweiten Weg“ gab es damals scheinbar nicht …

Vom Schloß bis nach Opperode  stand der absolute „Verfall vor der Tür“

„Albrecht der Bär“ würde heute im Jahre 2010 aber auch geschmeichelt grunzen, wenn er all die tollen Fortschritte im Gesamtbereich der Stadt Ballenstedt so sehen würde. Touristisch wieder auf dem besten Wege  zu einer Urlauberstadt, diese Wende hat sich auf jeden Fall gelohnt !

Viele sanierte Stadtgebiete vom Schloß über die schöne Altstadt, bis hin nach Opperode begeistern jetzt wieder die Besucher - tatsächlich ! Gute Fotomotive sind reichlich vorhanden, aber es gibt hier überall noch sehr vieles zu tun. Auch ein moderner Verkehrsflugplatz mit sehr alter Tradition, trägt zu dem neuen modernen Image der Stadt bei. Kulturell, gastronomisch und touristisch sind wir hier aber noch weit von einem gut funktionierenden Touristenzentrum entfernt. Es ist noch sehr viel Kleinarbeit erforderlich, was eben auch besonders die Gastronomie betrifft.

Aber eben auch auf diesem Gebiete hat sich in Ballenstedt einiges getan. Die Besucherzahlen  im Tagesgeschäft wie auch bei den Übernachtungen sind in den  Jahren seit etwa 1998 erheblich gestiegen. Das habe ich aus meinen persönlichen  Recherchen mit mir bekannten Gastronomen aber auch anderen Personenkreisen die mit dem täglichen Tourismusverkehr zu tun haben, erfahren. Diese Branche ist aber kein „Selbstläufer“, die Tendenzen sind eben doch noch sehr schwankend, die Gründe dafür sind allerdings nicht nur die Örtlichkeiten, sondern eben auch der allgemeine Finanzkreislauf in der Bevölkerung. Wenn man mal rückwirkend betrachtet, um 1939 hatte der Ort ca. 40 !! gastronomische Einrichtungen aller „Coleur“. Von Hermann Töpfer’s  „Großen Gasthof“, das uns „Alten“ noch gut bekannte ehemalige „Cafe am Harz“ mit seinen damals großen gepflegten Cafe - und Biergartenanlagen , Kurpark „Lohden“, selbst die Bahnhofsgaststätten… um nur einige zu nennen und das alles bis weit in die Unterstadt.

Aber es gibt nun doch im Stadtrat zukunftsweisende Ideen und Vorschläge, Ballenstedt zu einem zukünftigen Erholungsort zu klassifizieren. Dieser Kurs ist meiner Meinung nach  goldrichtig, das Potenzial dafür ist hier vorhanden. Das allerdings erfordert die Einsicht und konsequente Mitarbeit der Stadtverwaltung sowie aller Bürger in dieser Stadt, gute Ideen sind gefragt. Diese müssen dann auch zügig und unbürokratisch umgesetzt werden können.Die Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und den Bürgern ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Wird es das alles nicht geben, so gibt es dafür auch in Sachsen-Anhalt genug andere negative Beispiele …

Ballenstedt war einst um 1940 „noch“ eine blühende Stadt, die viele kulturelle Dinge in sich vereinte. Diese Stadt war einst eine Stadt der Bildung in jeder Form, des Urlaubes und der Erholung, der Kuren und Heilung und auch der Kultur mit Schloßtheater, Kammerlichtspielen und natürlich schon immer, des Sports.  Das alles kam allerdings nicht von ungefähr, denn die klimatische Lage von Ballenstedt und auch der anderen Nachbar-Kurorte die wie in einer Perlenkette am Nordrand des Harzes liegen, waren fast identisch. Kein Wunder also, das sich hier im Laufe der vielen Jahre vor 1930 schon eine Kur– und Erholungslobby ansiedelte, die sich damals explosionsartig entwickelte. Selbst in den Kriegsjahren bis etwa 1943 hielt sich hier dieser erfolgreiche Trend.  Eines hatten all die genannten Orte gleich, sie waren einst wirkliche Perlen, saubere, grüne und gepflegte Städte mit einer bis dahin eigenen Villen-Architektur, die man heute vergleichsweise nur noch in den Bäderorten an der Ostseeküste wiederentdeckt. Das alles sprach sich aber auch einst bis weit in die großen Städte von Reichsdeutschland herum. Von dort kamen dann auch die zahlreichen Patienten und Kurgäste hierher. Sie kamen damals nicht nur zahlreich, nein - sie zahlten auch privat dafür. Durch diese schon damaligen Rahmenbedingungen konnte Ballenstedt und seine Nachbarorte erblühen Soweit mal die doch heute meist unbekannte Historie, die heutigen Bedingungen sind allerdings mit damals nicht mehr vergleichbar.

Die heutige „zarte Pflanze“ Tourismus ist seit etwa 1998 gerade dabei, sich hier wieder gut zu entwickeln. Die Nachfrage an Betten und Kurzurlaube ist deutlich angestiegen, ( siehe vorherigen Passus ) aber das ist eben auch heute der allgemeine finanzielle Trend - Kurzurlaube. Ballenstedt als ehemalige kleine und nicht unbedeutende Industrie-, Forst - und Landwirtschaftsstadt hat all diese Bereiche heute nur noch in kleinen Positionen. Ausbaufähig als Hauptstützen der Stadt  sind darum auf jeden Fall wieder der Tourismus und  die Klinikbereiche, denn das waren mal seit Jahrzehnten die „Stützpfeiler und Begründer“ dieser damaligen Kurstadt.

Waldlage und heilklimatisch saubere Luft waren die Ausgangslage vor fast 100 Jahren, hier um 1902 ein Heilzentrum am Ziegenberg zu errichten. Dieses hatte sich in wenigen Jahren erfolgreich zu einem sehr weit bekannten Heil - Sanatorium von Dr. Rosell klassifiziert. Von diesen Gründern profitiert die Lungenklinik und Ballenstedt noch heute !!  Sie ist deshalb auch noch einer der großen und erfolgreichen Arbeitgeber hier im Orte !! Dass das auch hoffentlich so bleibt oder sich sogar auch noch extensiv erweitert, das hoffen wir alle. Denn an der hier heilenden Luft, Ruhe und Klimalage wird es nicht scheitern. Wie sich wirtschaftliche Bereiche im Orte zukünftig entwickeln werden, ist völlig offen …

Dass die Stadt Ballenstedt absolut in der Lage ist für touristische Highlights zu sorgen und diese auch durchzuorganisieren, wurde erst unlängst Sachsen-Anhalt weit demonstriert. Der Sender „mdr-1“ hatte es wirklich fertig gebracht, im Jahre 2009 und 2010 Ballenstedt eine Woche lang  auf Radio und TV -Wellen sehr positiv publik zu machen. Aber das hätte nie funktioniert, wenn die Ballenstedter Bürger und die Stadtverwaltung dazu nicht bereit gewesen wären. Und diese Bereitschaft dazu, hat auch viel mit der innerlichen Verbindung zu dieser Stadt zu tun.        Es geht doch - darüber habe ich mich sehr gefreut. Noch dazu weil es hier in meinem Magdeburger Bekanntenkreis auch viele positive Resonanzen dazu gab.

Die optische Entwicklung dieser alten und doch neuen Harzstadt verfolgen Sie nun bitte anhand der sich hier entwickelnden Fotoserien ab dem Jahre 1990.

Zurück zum Seitenanfang


Fotoalben